Rede von Stefanie Then anlässlich der Fraport HV 2016

Sehr geehrter Herr Dr. Schulte,
Sehr geehrter Herr Weimar,
Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Stefanie Then. Ich komme aus Niederrad. Niederrad, das ist der Stadtteil, der am stärksten durch den Verkehr am Frankfurter Flughafen belastet ist. Bei Westwind ist unser Stadtteil die letzte Siedlung die überflogen wird, bevor die Flugzeuge auf der Landebahn Nordwest landen. Bei Ostwind ist unser Stadtteil die erste Siedlung, die beim Starten überflogen wird. Wir werden an 365 Tagen im Jahr überflogen. Jeden Tag von 5 bis mindestens 23 Uhr. Es ist aber nicht nur der Fluglärm, sondern es sind auch die Immissionen, die uns belasten. Uns belastet aber auch Bahnlärm. Zu unseren vier Gleisen, die unseren Stadtteil jetzt schon in zwei Teile teilen, kommen noch einmal zwei Gleise hinzu – alles, damit die Anreise an den Flughafen noch bequemer wird. Dazu werden wir umbraust von den Autobahnen A5 und A3 – beides sind auch Zubringer zum Flughafen. Jedes Flugzeug mehr bringt uns mehr Verkehr in unseren Stadtteil. Damit verbunden sind mehr Lärm und mehr Immissionen. Darum ist in Niederrad inzwischen das geflügelte Wort: Wir sind froh, wenn sich Mobilität fortentwickelt, am liebsten fort aus unserem Stadtteil. Noch mehr Flughafen können wir nicht mehr aushalten.  „Rede von Stefanie Then anlässlich der Fraport HV 2016“ weiterlesen

Die Grünen und die Landebahn – Politischer Stammtisch mit Omid Nouripour

Impulsvortrag von Dr. Hans Glock am 7. Mai 2013 um 19:30 Uhr anlässlich des politischen Stammtischs der Bürgerinitiativen Niederrad gegen Flughafenerweiterung und Eintracht gegen Fluglärm im Raum für Kultur, Im Mainfeld 6, in Niederrad. „Die Grünen und die Landebahn – Politischer Stammtisch mit Omid Nouripour“ weiterlesen

Für die Erneuerung des Demokratieverständnisses

Rede von Helmut Mader anlässlich der 54. Montagsdemo im Frankfurter Flughafen am 11. März 2013

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

 

kaum zu glauben, dass dies die 54. Montagsdemonstration im Terminal 1 ist. Wir können stolz sein auf unser Durchhaltevermögen. Andererseits ist es enttäuschend, dass es schon so viele sind. Eigentlich hätten unsere Landes- und Bundespolitiker spätestens bei der 27. Demonstration begreifen müssen, dass uns die Sache ernst ist. „Für die Erneuerung des Demokratieverständnisses“ weiterlesen

In Eintracht gegen Fluglärm

Rede von Helmut Mader anlässlich der 31. Montagsdemo seit Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest, Flughafen Frankfurt, 27.8.2012

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

im Namen der Niederräder Bürgerinitiative „In Eintracht gegen Fluglärm“ begrüße ich Sie herzlich auf unserer 31. Montagsdemo.

Niederrad, meine Damen und Herren, ist das Flörsheim des Ostens; aus Sicht des Flughafens das letzte östliche Wohngebiet in der Einflugschneise der neuen Landebahn Nord-West vor dem Aufsetzpunkt.

Keine Angst, ich werde Sie jetzt nicht mit elegischen Berichten langweilen, was es heißt, wenn Flugzeuge in 300 m Höhe mit ausgefahrenem Fahrwerk und voll ausgefahrenen Landeklappen über Wohnhäuser, Schulen, Kindergärten, Alten- und Pflegheime fliegen. Sie alle kennen das aus eigener täglicher (und leider auch nächtlicher) Erfahrung. „In Eintracht gegen Fluglärm“ weiterlesen

Rede von Helmut Mader anlässlich des Straßenfests der SPD in der Einflugschneise

Hier noch eine kleine Nachlese zum Straßenfest der SPD in der Einflugschneise. Für unsere Bürgerinitiative hat anlässlich dieses Festes Helmut Mader gesprochen.
Dies waren seine Worte:

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
lieber Herr Feldmann,

im Namen der Bürgerinitiative „In Eintracht gegen Fluglärm“ und im Namen der Niederräder Bevölkerung heiße ich Sie herzlich willkommen in unserem Stadtteil. Seit dem 1. Juli haben Sie kaum noch Freizeit. Dass Sie dennoch an einem Sonntagnachmittag zu uns kommen, wissen wir sehr zu schätzen.

Helmut Mader begrüßt
OB Peter Feldmann

Mein Willkommensgruß gilt auch den Bürgerinnen und Bürgern aus den anderen Frankfurter Stadtteilen und den umliegenden Kommunen, den Damen und Herren Stadtverordneten und Abgeordneten des Hessischen Landtags. Besonders danke ich Ralf Heider, dem Fraktionsvorsitzenden der SPD im Ortsbeirat 5, und Imren Ergindemir für die Organisation dieses Sommerfests in der Einflugschneise.

Liebe Niederräderinnen und Niederräder,
wir haben Glück mit dem Straßenfest. Es ist ein wunderschöner Sommertag. Solche Tage wie heute gibt es statistisch 80 bis 90 im Jahr. Damit meine ich nicht den Sonnenschein und die sommerliche Temperatur. Ich meine die Windrichtung. Wir haben Ostwind. Das heißt, die Nord-West-Landebahn wird nicht über Offenbach, Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad angeflogen, sondern von Westen.

Wenn aber die von Herrn Jühe, dem Bürgermeister von Raunheim und Vorsitzenden der Fluglärmkommission, geforderte Rückenwindkomponente umgesetzt ist, werden dies nur noch etwa 30 bis 40 Tage sein. Bei bis zu 7 Knoten östlichem Rückenwind sollen die Flugzeuge dann auch über den Süden Frankfurts einfliegen.

Helmut Mader erinnert den neuen OB
an seine Wahlversprechen

Westlich der Landebahn wird Raunheim dann wahrscheinlich den Status eines Luftkurorts erhalten, während Niederrad der Unbewohnbarkeit näher rückt. „Mit Niederrad geht’s bergab“, wird Imren Ergindemir am Donnerstag in der FNP zitiert. Liebe Imren, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, das werden wir nicht zulassen. Dies ist unsere Heimat, unser Zuhause. Viele von uns leben hier seit Generationen, lange, bevor man auch nur an Flugverkehr gedacht hat. Hier gibt es Schutzbedürftige in Alten- und Pflegeheimen, in Schulen und Kindergärten. Viele von uns sind langfristige Mietverträge eingegangen, haben hier Wohneigentum erworben, im Vertrauen auf das Versprechen der Landesregierung, dass nach der Startbahn West kein weiterer Flughafenausbau erfolgen würde. Wir wurden von der Politik belogen und betrogen. In irregeleiteter Wirtschaftsgläubigkeit haben es Landes- und Stadtregierung zugelassen, dass die Menschen im Süden Frankfurts, in Offenbach und in anderen Kommunen permanentem, infernalem Lärm und lebensgefährlicher Luftverschmutzung ausgesetzt werden. Nach einem solchen Ausmaß von Ignoranz und Menschenverachtung sucht man selbst in diktatorisch geführten Ländern vergeblich.

Deshalb wehren wir uns. Unser Widerstand wird nicht enden, bevor diese unselige Landebahn umgepflügt und wieder begrünt ist. Ich werde nicht aufhören, daran zu glauben, dass der Tag kommt, an dem Politiker unseres Landes und unserer Stadt, den kapitalen Fehler begreifen werden, der mit der Genehmigung der Landebahn in unserem Stadtgebiet gemacht wurde. Es wird Politiker geben, die Menschenleben höher werten, als wirtschaftliche Ziele.   Einen solchen haben wir im März zu unserem Oberbürgermeister gewählt. Herr Feldmann, Sie haben am 3. Dezember 2011 zum ersten Mal diese Straße, die Neuwiesenstraße, besucht und mit uns gesprochen. Damals waren Sie noch nicht einmal Kandidat Ihrer Partei. Dennoch wollten Sie sich ein persönliches Bild vom Leiden der Menschen in diesem Stadtteil machen.

Im Wahlkampf haben Sie sich dann für ein echtes Nachtflugverbot von 22:00 bis 6:00 Uhr ausgesprochen und für eine Lärmminderung in der Einflugschneise der Nordwest-Landebahn auf 55 dB Dauerschallpegel und 70 dB Einzelschallereignis. Deshalb haben wir uns für Sie engagiert.Nach Ihrer Wahl haben Sie auf dem SPD-Parteitag am 12. Mai die Forderungen erneuert. Die Schraube im Süden unserer Stadt sei überdreht, haben Sie gesagt, und der Preis, den die Menschen zahlen, sei zu hoch.

Im Aufsichtsrat der Fraport AG würden Sie diesen Standpunkt vertreten, haben hinzugefügt. Deshalb wollte man Ihnen zunächst ja auch den Ihnen zustehenden AR-Sitz verweigern. Und nun, da Sie in den Aufsichtsrat einziehen werden, versucht man, Ihnen Anweisungen zu geben, wie Sie sich dort zu verhalten haben. Sehr geehrter Herr Feldmann, im Aufsichtsrat vertreten Sie die Eigentümer der Gesellschaft. Diese sind zu 20,11% die Bürger Frankfurts und zu 31,49% die Bürger des Landes Hessen. Von den Einwohnern Hessens entfallen wiederum 11,5% auf die Stadt Frankfurt am Main. Herr Oberbürgermeister, Sie haben in dem Gremium eine starke Position. Nach dem deutschen Aktiengesetz hat der Aufsichtsrat den Vorstand zu überwachen und nicht von ihm Weisungen entgegenzunehmen.

Dieser Tage wird uns allenthalben Hermann Hesse in Erinnerung gerufen. Sein Todestag jährte sich zum 50. Mal. Er war einer, der sich nicht unterordnete. Er sagte: „Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.“ Liebe Niederräderinnen und Niederräder, liebe Sachsenhäuser, liebe Oberräder, liebe Frankfurterinnen und Frankfurter, liebe Nachbarn von außerhalb: Wir werden das scheinbar Unmögliche möglich machen.

Die Bahn muss weg!