Rede anlässlich der Fraport HV 2016

Sehr geehrter Herr Dr. Schulte,
Sehr geehrter Herr Weimar,
Sehr geehrte Damen und Herren,

mein Name ist Stefanie Then. Ich komme aus Niederrad. Niederrad, das ist der Stadtteil, der am stärksten durch den Verkehr am Frankfurter Flughafen belastet ist. Bei Westwind ist unser Stadtteil die letzte Siedlung der überflogen wird, bevor die Flugzeuge auf der Landebahn Nordwest landen. Bei Ostwind ist unser Stadtteil die erste Siedlung, die beim Starten überflogen wird. Wir werden an 365 Tagen im Jahr überflogen. Jeden Tag von 5 bis mindestens 23 Uhr. Es ist aber nicht nur der Fluglärm, sondern es sind auch die Immissionen, die uns belasten. Uns belastet aber auch Bahnlärm, zu unseren vier Gleisen, die unseren Stadtteil jetzt schon in zwei Teile teilen, kommen noch einmal zwei Gleise hinzu – alles, damit die Anreise an den Flughafen noch bequemer wird. Dazu werden wir umbraust von den Autobahnen A5 und A3 – beides sind auch Zubringer zum Flughafen. Jedes Flugzeug mehr bringt uns mehr Verkehr in unseren Stadtteil. Damit verbunden sind mehr Lärm und mehr Immissionen. Darum ist in Niederrad inzwischen das geflügelte Wort: Wir sind froh, wenn sich Mobilität fortentwickelt, am liebsten fort aus Niederrad. Noch mehr Flughafen können wir nicht mehr aushalten.

Der Flughafen nimmt unserem Stadtteil die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln. Zurzeit wird in der Bürostadt Wohnraum für rund 10.000 Menschen errichtet. Doch für die passende Infrastruktur haben wir keinen Raum. Aktuell wird ein Standort für eine neue Gesamtschule in unserem Stadtteil gesucht. Im Norden Niederrads darf sowieso – aufgrund der Seveso-II-Richtlinie – nicht gebaut werden. Im Süden dürfen wir seit Eröffnung der Landebahn Nordwest auch nicht mehr bauen, denn seitdem ist dort Siedlungsbeschränkungsgebiet. Genau in diesem Siedlungsbeschränkungsgebiet hätte es eine ausreichend große Fläche für die neue Schule gegeben. Nur: Man kann sie nicht nutzen. In der Folge gibt es ein Provisorium. Im Ergebnis muss die Salzmannschule, unsere Haupt- und Realschule in Niederrad, mit dem beginnenden Schuljahr 2016/17 ihre Außenstelle – sie wird derzeit von sechs Klassen genutzt, auch wichtige Fachräume sind dort untergebracht – komplett räumen. Die Schüler dieser Schule werden auf dem kleinen Gelände der Hauptstelle ab diesem Zeitpunkt in Containern zusammengepfercht, damit die neue Schule ihren Betrieb aufnehmen kann. Ich würde mir wünschen, dass uns unsere Gesellschaft in Niederrad wieder mehr Raum für eine gute Entwicklung unseres Stadtteils lassen würde, damit wir in Zukunft wieder ohne solch unglückliche Notlösungen auskommen können.

Doch nun zum Geschäftsbericht. Neben den schönen Zahlen, die der Vorstand für das letzte Jahr präsentiert hat, gibt es im Geschäftsbericht keine Signale für eine langfristig positive Geschäftsentwicklung. Neben vielen anderen darin angesprochenen Punkten verspricht zum Beispiel der Rückgang der Umsätze im Einzelhandel wenig erfreuliche Aussichten. Dabei handelte es sich hier zuletzt um die Cash Cow unserer Gesellschaft. Geschuldet ist dies den internationalen Entwicklungen, die immer weniger zahlungskräftige Kunden an den Frankfurter Flughafen bringt. Auch die künftige Ausrichtung auf Billigflieger wird langfristig nicht zu mehr zahlungskräftigen Kunden führen.

Von der Geschäftsleitung unserer Gesellschaft erwarte ich allerdings, dass sie mit ruhiger Hand das Geschäftsmodell weiterentwickelt und auf die gegebenen Veränderungen im internationalen Luftverkehr Antworten findet. Diese Antworten müssen dabei nicht immer ein angestrebtes Wachstum bedeuten. Hat die Fraport ein Worst-Case-Szenario entwickelt, das einen profitablen Betrieb unserer Gesellschaft selbst bei rückläufigen Flugbewegungen und weiterhin sinkenden Einnahmen aus dem Einzelhandel ermöglicht?

Ebenfalls Bauchschmerzen muss man haben, wenn es um Terminal 3 geht. Schließlich wurde im vergangenen Geschäftsjahr von rückläufigen Flugbewegungen berichtet. Das ist für die Menschen in der Region eine begrüßenswerte Entwicklung. Dennoch: Konnte inzwischen ein Ankermieter für das Terminal 3 gefunden werden? Wie sieht der Stand der Vermietungen der Einzelhandelsflächen aus? Welche Maßnahmen will die Geschäftsleitung ergreifen, wenn das Terminal weitgehend leer stehen bleibt, um es dennoch attraktiv zu halten?

Im Kontext mit Terminal 3 habe ich noch einen weiteren Fragenkomplex, der mich umtreibt. Terminal 3 bedeutet einen massiven Eingriff in die Natur, der Flächenverbrauch ist immens. Dies – so will es das Hessische Naturschutzgesetz – muss durch Ausgleichsmaßnahmen flankiert werden.

Welche Ausgleichsmaßnahmen hat die Fraport AG bereits eingeleitet? Wurden Ausgleichsflächen angekauft? Liegen diese im Rhein-Main-Gebiet? Welche Kosten wurden beim Erwerb für Ausgleichsflächen fällig? Wenn die Flächen fernab liegen: In welchen Bundesländern wurden Flächen angekauft? Wurde darauf geachtet, dass es sich um zusammenhängende Flächen handelt? Wie gedenkt die Fraport AG diese Ausgleichsmaßnahmen zu pflegen? Wie hoch werden die Kosten der Pflege veranschlagt?

Falls unsere Gesellschaft stattdessen Ausgleichszahlungen geleistet hat: Wie hoch sind die nach der hessischen Kompensationsverordnung veranschlagten Kosten? Welche Beträge wurden bereits verausgabt?

Vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen schon jetzt!

Stefanie Then, 20.5.2016

[Es gilt das gesprochene Wort]

Das Spiel ist aus! – Airlebnistag „Showtime“ am Frankfurter Flughafen

Showtime am Flughafen – da mussten wir dabei sein! Auch ohne Airlebnistage am Flughafen bietet uns Fraport jeden Tag eine viel zu große Show. Darum waren wir gestern am Flughafen, um mit unserer Show einmal mehr darauf aufmerksam zu machen, was die tagtägliche Fraport Show an 365 Tagen im Jahr für uns bedeutet. Der Frankfurter Flughafen bedeutet für uns schlimmsten Lärmterror.

Fotos © 2015 Rolf Fifich

Fotos © 2015 Helmut Amann

Der lange Atem – Film- und Diskussionsabend in der Paul-Gerhardt-Gemeinde

Am Freitag, dem 24. April 2015, um 19 Uhr zeigen die Niederräder Bügerinitiativen den Film „Der lange Atem“. Das ist ein Dokumentarfilm über den Widerstand gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens seit der Startbahn West. Anschließend diskutieren wir mit dem international anerkannten Flughafenexperten Dieter Faulenbach da Costa.

FLYER 24.April 15

Flashmob im MyZeil


Flashmob „Die Landebahn muss weg“ der Frankfurter Bürgerinitiativen gegen Fluglärm im Einkaufszentrum MyZeil am 21.3.2015. Coole Aktion, die uns allen viel Spaß gemacht hat. Vor allen Dingen hat es uns sehr gefreut, dass Passanten spontan mitgemacht und uns damit in unserer Forderung unterstützt haben. Ein endlich wieder lebenswerter Frankfurter Süden bedingt die Stilllegung der Landebahn Nordwest. Darum bleibt es wie es ist: Die Landebahn muss weg!

Stille Nacht-Demo am 15.12.2014

Für nächsten Montag Noten und Liedtext von der Website der BI Flörsheim-Hochheim ausdrucken, Instrumente einpacken, vorher Zuhause schon einmal einsingen, denn dann werden wir unsere Version von Stille Nacht am Flughafen lautstark intonieren. Weihnachtswünsche nicht vergessen!

Wir danken schon jetzt Frau Pfarrerin Alves-Christe (Dreikönigsgemeinde Sachsenhausen) und Herrn Pfarrer Portugall (Gemeinde Mutter vom Guten Rat, Niederrad), die die Demo gemeinsam gestalten werden.

Zur Einstimmung, hier noch Impressionen von der Stille Nacht-Demo am 19.12.2011:

Landebahn City – Nachrichtensendung auf Radio X

Am Freitag, dem 21.02.2014, wurde unsere Pilotsendung Landebahn City auf Radio X ausgestrahlt.

Vielleicht haben Sie die Sendung verpasst oder möchten noch einmal reinhören?

 

Der Themenüberblick: Koalitionsvertrag der schwarz-grünen Landesregierung lässt vom Ausbau Geschädigte im Stich – 7-stündige Lärmpause bedeutet Lärmverschiebung – Nancy Faeser (sie hat gegen den Flughafenausbau im Landtag gestimmt) ist designierte, derzeit kommissarische Generalsekretärin der Landes-SPD und damit ein großer Hoffnungsträger für die Bürgerinitiativen, aber auch für alle SPD-Ortsvereine und Unterbezirke rund um den Flughafen. Paradigmenwechsel? – Schadstoffe schaden nicht nur den unmittelbaren Flughafenanwohnern, sondern der ganzen Region – Professor Groneberg fordert Quattrupel-Messungen, Bürgerinitiativen fordern entsprechenden Sonderforschungsbereich an der Goethe-Universität – Neues aus der Frankfurter Kommunalpolitik.

Mit dabei waren Dr. Ursula Fechter (BI Sachsenhausen, Mitglieder der Expertengremium Flughafen beim Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main), Ralf Heider (Fraktionsvorsitzender der SPD im Ortsbeirat 5, BI Niederrad), Dr. Ferdinand Stegbauer (Verein „Neu-Isenburg: Wir wollen hier gesund weiter leben“ e.V.) und Dr. Herbert Drouin (Verein „Neu-Isenburg: Wir wollen hier gesund weiter leben“ e.V., Mitglied der Mediationsgruppe Flughafenausbau Frankfurt). Musik: Steve Collins (Gitarre & Gesang, BI Sachsenhausen), Monika Plottnik (Gesang, BI Sachsenhausen) und Harald Will (Gitarre, BI Niederrad). Moderiert wurde die Sendung von Stefanie Then.

Die nächste Sendung folgt am 20.3.2014, wieder um 13:08 Uhr.

Vielen Dank an Hanspeter Günster (BI Sachsenhausen) für die zur Verfügung gestellte Aufzeichnung, einsetzend mit der Schadstoff-Thematik.